Drehbuchautor: Promi-Geburtstag vom 14. Januar 2019: Lawrence Kasdan

Hätte Lawrence Kasdan das letzte Wort gehabt, dann wäre der beliebte Schmuggler Han Solo schon in den 1980er Jahren aus der «Star Wars»-Serie verschwunden. «Ich war dafür, ihn zu töten», offenbarte der Drehbuchautor im vorigen Jahr der «New York Times».

Kasdan schrieb damals das Skript für «Die Rückkehr der Jedi-Ritter» (1983). Für die letzte Folge der Original-Trilogie hätte er es passend gefunden, eine wichtige Figur zu eliminieren. «Doch George fand das nicht gut», räumte Kasdan ein.

Natürlich hatte «Star Wars»-Schöpfer George Lucas das Sagen, Han Solo blieb am Leben. Kasdan musste einige Jahrzehnte warten, ehe er in «Star Wars: Das Erwachen der Macht» (2015) den Schmugglerhelden Han Solo (Harrison Ford) seinem schurkigen Sohn Kylo Ren (Adam Driver) ans Messer liefern durfte.

Die kleine Meinungsverschiedenheit zwischen Lucas und Kasdan konnte das gute Verhältnis der beiden nicht trüben. Der Autor, der an diesem Montag (14. Januar) 70 Jahre alt wird, ist ein passionierter Sternenkrieger. Gleich vier Mal gab er den «Star Wars»-Figuren eine Stimme – von «Das Imperium schlägt zurück» (1980) über die Jedi-Ritter und «Das Erwachen der Macht» bis zu «Solo: A Star Wars Story» (2018).

Das Skript für die «Solo»-Vorgeschichte des jungen Helden im vergangenen Jahr verfasste Kasdan zusammen mit seinem Sohn Jon (39). Auch Sohn Jake (44) folgte seinem Vater ins Filmgeschäft. Von Kasdan senior ist angeblich keine weitere «Star Wars»-Story zu erwarten. Das sei wirklich die letzte gewesen, beteuerte er im Interview der «New York Times».

Doch mit 70 Jahren setzt sich Kasdan nicht etwa zur Ruhe. Im vergangenen Oktober erwarb er die Filmrechte für den neuen Kriminalroman «November Road» von Lou Berney. Die Thrillerromanze spielt vor dem Hintergrund der Kennedy-Ermordung im November 1963. Drehbuch-Schreiber Kasdan wird Regie führen und den Film produzieren, wie das Kinoportal «Deadline.com» berichtete.

Sein Debüt hinter der Kamera gab Kasdan bereits 1981 mit dem Thriller «Heißblütig – Kaltblütig», der die damals unbekannte Kathleen Turner als mörderische Verführerin berühmt machte. Mit «Der große Frust» (1983) lieferte er eine glänzende Satire über alte Freundschaften und geplatzte Hoffnungen. Tom Berenger, William Hurt, Kevin Kline und Meg Tilly mimen Freunde einer alten Clique, die sich nach vielen Jahren wieder treffen. Sein Skript wurde für einen Oscar nominiert.

Für die Hit-Komödie «Die Reisen des Mr. Leary» holte er wieder Hurt und Turner vor die Kamera. Belohnt wurde er mit weiteren zwei Oscar-Nominierungen, als Drehbuchschreiber und als Produzent. Die vierte Oscar-Anwartschaft brachte ihm das Drama «Grand Canyon» ein, das 1992 auch als Überraschungssieger der Berlinale gefeiert wurde. Am Beispiel von Los Angeles zeigt Kasdan die Schluchten einer Großstadt mit ihren Gefahren. Ein gut situierter Anwalt (Kevin Kline) gerät durch eine Autopanne in eine finstere Gegend, ein Produzent von brutalen Actionfilmen (Steve Martin) wird selber Opfer eines Straßenraubs.

Seinen Höhenflug festigte Kasdan mit dem Drehbuch für «Bodyguard» (1992). Die Hochglanz-Produktion mit Whitney Houston als Star-Sängerin und Kevin Costner als ihr Leibwächter lieferte Romantik, Spannung und viele Songs. Zwei Jahre später machte er Costner in dem Westernepos «Wyatt Earp – das Leben einer Legende» zu einem kompromisslosen Gesetzeshüter. Danach inszenierte er die romantische Komödie «French Kiss», in der Meg Ryan einem französischen Charmeur (Kevin Kline) verfällt.

Schon am Anfang seiner Karriere galt seine Liebe eigentlich der Regie. «Ich hatte keinen anderen Wunsch, als Regie zu führen. Um Regisseur zu werden, musste ich aber erst schreiben», sagte Kasdan 1981 im Interview der «New York Times» für einen Artikel mit der Überschrift ‘Wie er Hollywoods heißer Schreiber wurde’. Er hatte Literatur studiert, jobbte als Werbetexter und schrieb nebenbei Drehbücher.

Seinen ersten Kinoerfolg feierte er 1980 auf Anhieb mit dem Skript für «Das Imperium schlägt zurück», gleich danach vertraute Steven Spielberg dem damaligen Hollywood-Neuling das Drehbuch für «Jäger des verlorenen Schatzes» an, den ersten Teil der gefeierten Indiana-Jones-Reihe. Spielberg plant derzeit den fünften Teil der Abenteuersaga, der im Juli 2021 in die Kinos kommen soll. Und wieder ist ein Kasdan an Bord: Sohn Jon wurde mit dem Skript beauftragt.

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