Kurs-Achterbahnfahrt: Wie Donald Trumps Finanzminister mit einer beruhigenden Info die Börse in Panik versetzte

Die zahllosen Börsenweisheiten von Warren Buffett, Superinvestor und drittreichster Mensch der Welt, laufen im Wesentlichen auf zwei Dinge hinaus: Aktien sind nichts für Leute, die schnelles Geld machen wollen und die beste Zeit für Aktienkauf ist dann, wenn sich niemand für Wertpapiere interessiert. So gesehen sollten sowohl Aktienbesitzer und solche, die es werden wollen, derzeit lieber die Füße stillhalten – denn an den Börsen ist der Teufel los.

Niemand will den Fed-Chef entlassen

Nach einem ohnehin anhaltenden Sinkflug brachen die Börsenkurse in den USA und Japan an Heiligabend plötzlich richtig ins Bodenlose – nur um zwei Tage später ein Tagesrekordplus zu erzielen. So etwa der Dow Jones, der fünf Prozent zulegte. An der Abwärtstendenz änderte der Hochsprung allerdings nicht viel – derzeit liegen sie Aktienkurse in USA und Japan auf dem Niveau vom Herbst 2017, die Börsen in Frankfurt und London sind auf den Stand vom Herbst 2016 zurückgefallen. An der Entwicklung ist, nicht nur, aber auch, Donald Trump mitschuldig.

Militärbasis in Rheinland-Pfalz: Trump besucht US-Soldaten in Ramstein – und verteilt Autogramme

Die Anleger beruhigten sich nun erst wieder, als US-Finanzminister Steven Mnuchin erklärt hatte, dass niemand die Absicht habe, Jerome Powell, Chef der US-Notenbank (Fed), zu entlassen. Das Gerücht poppte auf, weil Trump wochenlang per Twitter die Zinspolitik der Zentralbank harsch kritisiert hatte. Angeblich soll sich Trump sogar erkundigt haben, ob es ihm erlaubt sei, den Fed-Chef rauswerfen zu können. Es wäre ein beispielloser Schritt. Üblicherweise agieren die Notenbanken nicht nur in den USA unabhängig von den jeweiligen Regierungen, Trumps unablässige Kritik an Powell (“ahnungslos”, “außer Kontrolle”) wird von vielen Anlegern daher als besorgniserregende Einmischung betrachtet.

Noch am Montag legte der US-Präsident nach: “Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed. Sie hat kein Gefühl für Märkte und versteht nicht, dass Handelskriege nötig sind”, schrieb er und versuchte indirekt, die Schuld an den flauen Aktienmärkten auch der Notenbank in die Schuhe zu schieben. Dabei hat Powell nichts anderes getan, als den Zinssatz wieder leicht zu erhöhen – ein Schritt, der von vielen Banken erhofft und erwartet worden war.

Wirtschaft scheint sich abzuflauen

Dabei sind sich die meisten Experten einig, dass die fallenden Kurse viele Gründe haben. Neben Trumps Handelspolitik die sich abkühlende Weltwirtschaft (so meldet China etwa schwache Wirtschaftsdaten) sowie an vielen Unternehmen selbst. Facebook etwa bekommt seit Monaten seine Datenprobleme nicht in den Griff. Folge: Ein Kursverlust von 24 Prozent im letzten Jahr. Oder Apple: Der bis vor kurzem noch wertvollste Konzern der Welt ist wegen Probleme mit dem iPhone innerhalb weniger Wochen um sieben Prozent eingebrochen.

Dazu kommt noch die nicht enden wollende Unruhe im Weißen Haus. So führte der Streit mit den oppositionellen Demokraten über den Haushalt und die Finanzierung einer Mauer an der US-mexikanischen Grenze zum so genannten Shutdown in Washington – dem Stillstand der Regierung. Wie lange der noch andauern wird, ist unklar, vermutlich aber bis ins nächste Jahr hinein, was die Märkte ebenfalls belastet.

Und dann sind da noch diese kleinen Unaufmerksamkeiten von Trumps Ministern. Angesichts der fallenden Kurse hatte Steve Mnuchin die Chefs der größten US-Banken angerufen, um zu überprüfen, dass diese über ausreichend Liquidität verfügen. Die Antwort lautete ja, was Mnuchin auch öffentlich machte. Danach aber gingen die Aktienmärkte erst Recht auf Talfahrt. Denn dort verstanden sie seine Botschaft so: die US-Regierung sorgt sich um einen bevorstehenden Banken-Ansturm –nicht selten Anzeichen oder Auslöser für eine veritable Wirtschaftskrise.

Quellen: Onvista“, “Finanzen.net“, “Brokervergleich“, “Bloomberg“, “Reuters

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